Auf ein Wort

Esel und Ochse stehen wohlgenährt und friedlich nebeneinander. Sie sind ganz mit ihrem Futter beschäftigt und wirken hochzufrieden. Doch in den biblischen Weihnachtstexten – weder im Matthäus noch im Lukasevangelium – finden die beiden Erwähnung. Dennoch gehören sie wie selbstverständlich seit dem 4. Jahrhundert in die bildlichen Darstellungen der Geburt Jesu hinein. Wie sie dahin kamen? Schon bei den Kirchenvätern findet sich eine Deutung. Im Alten Testament hatten sie es gelesen: „Der Ochs kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn. Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht“ (Jesaja 1,3). Und beim Propheten Habakuk (3,2) fanden sie die Prophezeiung: „Inmitten zweier Lebewesen wirst du erkannt werden.“ Dies wurde meistens auf die zwei neben Jesus gekreuzigten Verbrecher gedeutet, jedoch eben auch auf die beiden Tiere.
Weiter geht die Entwicklung im sogenannten Pseudo-Matthäusevangelium, das die Kindheitsgeschichten der biblischen Evangelien ausschmückt und auf das 7. Jahrhundert nach Christus datiert wird. Es war im Mittelalter gut bekannt: „Am dritten Tag der Geburt unseres Herrn Jesu Christi ging die allerseligste Jungfrau aus der Höhle heraus, begab sich in den Stall und legte ihren Knaben, den Ochs und Esel anbeteten, in eine Krippe.“
Die Weihnachtsbotschaft gilt der ganzen Schöpfung. Und noch mehr: Ochs und Esel beschämen die Menschen, sie sind in vielem klüger und werden als Vorbilder empfohlen.

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