Auf ein Wort

Die Hirten tragen festes Schuhwerk, bei zweien sieht man auch hohe Stiefel. Damit kann man eine gute Strecke Wegs hinter sich bringen. Bauern und nicht-adlige Städter, so kann man es nachlesen, trugen in der frühen Neuzeit durchaus auch schwere und dunkle Lederstiefel mit Absatz. In der Bibel werden Schuhe zum ersten Mal im 2. Mosebuch erwähnt, dort, wo Mose gesagt wird, dass er seine Schuhe ausziehen soll. Der Ort, auf dem er stand, war heiliger Boden, weil Gott anwesend war (2. Mose 3,5). Dasselbe wird Josua mitgeteilt (Jos 5,15).
Anders hier: Die Schuhe bleiben an den Füßen, die Alltagswelt hat ungehindert Zugang zur Gotteswelt. Das Heilige hat im Alltäglichen seinen Ort, nicht im besonderen Bereich oder gar im besonderen Stand der Priester. Das ist die neue Theologie in der Reformationszeit. Und im Neuen Testament werden dem verlorenen Sohn nach seiner Rückkehr in das Vaterhaus nicht nur ein feines Gewand und ein kostbarer Ring gegeben, sondern auch Schuhe für seine Füße (Lukas 15,22). Er ist wieder ein vollwertiges, gewürdigtes Mitglied der Familie.

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