Die aktuelle Ausstellung setzt die Reihe DIALOGE mit einer Präsentation von Arbeiten des Berliner Malers und Grafikers Volker Stelzmann fort. Sie steht unter dem Titel „Pelegrinaggio II | Malerei und Zeichnung“. Zu sehen sind 46 Arbeiten auf Papier, ausnahmslos Zeichnungen in Mischtechnik gearbeitet (Bleistift, Feder, laviert, schwarze und weiße Tusche, Acrylfarbe, Kreide) und 5 zum Teil großformatige Gemälde. Als sensationell darf die handschriftliche Abschrift der Offenbarung des Johannes in Form von zwanzig mit Tuschezeichnungen ausgestatteten Arbeiten auf Papier gelten.

Stelzmanns meisterliche Arbeiten zeigen spannungsvolle Auseinandersetzungen mit christlichen Themen. Biblische Texte, Themen und Personen sind ihm vertraut und dienen ihm zur Vergegenwärtigung existentieller Fragestellungen. Das Dasein des Einzelnen, seine Schutzlosigkeit, Vergänglichkeit, die Vereinzelung und seine Suche nach Halt sind bestimmende Themen in Malerei und Grafik Volker Stelzmanns. Ausgangspunkt seiner Wittenberger Ausstellung sind Arbeiten des ungarischen Künstlers Vilmos Perlrott-Csaba (1880-1955), die im Eingangsbereich der Ausstellung zu sehen sind. Von ihm werden neun Lithografien in der Sammlung der Stiftung aufbewahrt. Die im 2011 publizierten Bestandskatalog der Stiftung noch einem unbekannten Künstler zugeordneten Arbeiten konnten im Jahre 2019 durch die Recherche des Wittenberger Kunstsammlers Dr. Gerd Gruber, der sich auch als „Kunstkriminalist“ einen Namen gemacht hat, einwandfrei zugeschrieben werden: Es handelt sich um den 1955 in Budapest verstorbenen Vilmos Perlrott-Csaba.

Volker Stelzmann, 1940 in Dresden geboren, erhielt seine akademische Ausbildung an der renommierten Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. Zu seinen Lehrern gehörten Gerhard Kurt Müller, Fritz Fröhlich, Hans Mayer-Foreyt und Harry Blume. In seiner Studienzeit setzte er sich mit Essays von Michel de Montaigne auseinander. 1966 hatte er gemeinsam mit Ulrich Hachulla seine erste Personalausstellung in Ahrenshoop und war seitdem an wichtigen Ausstellungen in der DDR und im Ausland beteiligt. Von 1982 bis 1986 unterrichtete er als Professor an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst; nach seiner Ausreise in die Bundesrepublik unterrichtete er von 1988 bis 2006 als Professor für Malerei an der Universität der Künste, Berlin-West. Seit 2006 arbeitet Stelzmann wieder freischaffend in Berlin. Stelzmanns Arbeiten sind in zahlreichen öffentlichen Museen und Privatsammlungen vertreten. Seit 2015 ist der zwölfteilige Zyklus „Apostel“ in der Autobahnkirche in Zeestow am Berliner Ring dauerhaft zu sehen.