Michael Triegel. Gemälde – Grafiken – Aquarelle
Sonderausstellung in Osthalle im Alten Rathaus Wittenberg.
Kuration: Michael Triegel und Jutta Brinkmann

Die Ausstellung der Stiftung Christliche Kunst Wittenberg widmet sich dem Leipziger Maler und Grafiker Michael Triegel (*1968), der zu den bedeutendsten Vertretern der „Neuen Leipziger Schule“ gehört. Er steht in der Tradition großer Namen wie Werner Tübke, Wolfgang Mattheuer, Bernhard Heisig, Arno Rink oder Neo Rauch. Spätestens mit seinen Bildern von Papst Benedikt XVI., die er 2010 im Auftrag des Bistums Regensburg geschaffen hat, tritt Triegel auch in das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit.
Michael Triegels Stillleben, Landschaften, Porträts und Andachtsbilder sind in technischer Perfektion ausgeführt und zeugen von seinem außergewöhnlichen Talent. Besonders aber die Gemälde, die mythologische und christliche Themen aufnehmen und in altmeisterlicher, figurativer Technik ausgeführt sind, faszinieren durch meisterlich angewandte Ölmaltechnik und erinnern stilistisch an die großen Künstler der italienischen Renaissance. Diese traditionellen Bildsujets erfahren bei Triegel jedoch durch seine subjektiven Kombinationen unterschiedlichster Bildelemente, unterstützt durch rätselhafte Symbolik, eine neue Interpretation und damit eine eigene Bildsprache. Das Althergebrachte wird damit in Frage gestellt.
In der Ausstellung sind 68 Arbeiten aus dem Œuvre Triegels der Jahre 1993 bis 2014 zu sehen, die eine repräsentative Zusammenstellung seines Könnens zeigen. Aquarelle, erstellt während seiner Studienreisen durch England, der Schweiz und Italien, sind ebenso zu sehen, wie Grafiken, die den Betrachter in mystisch anmutende Landschaften und mythologische oder religiöse Geschichten entführen, in eine geheimnisvolle Welt voller Zweifel, Sehnsüchte und Träume. Angeregt durch große Themen aus der griechischen Mythologie, Tragödien, Gedichten, literarischen Werken oder Erzählungen der Bibel entstehen Bilder, die den Betrachter in ihren Bann ziehen und einen neuen, anderen Blick auf die Wirklichkeit erschließen. Im Zentrum der Ausstellung stehen 5 Gemälde, die in ihrer Komposition, dem Spiel mit dem Licht und der Symbolik beispielhaft sind. Eine seiner letzten Arbeiten „Die Kreuzabnahme“, entstanden für eine Ausstellung zum Deutschen Katholikentag 2014 in Regensburg, stellt den gegeißelten, zu Tode gequälten Christus dar. Sie wird ergänzt durch das „Karfreitagsstilleben“. Zudem werden zwei Porträts von seiner Tochter „Elisabeth mit Kerze“ und Shakespears „Ophelia mit Blumen“ sowie einem Selbstporträt mit seiner Tochter gezeigt.